Rollenverteilungen – Die Rolle für mein Leben scheint mir abhanden gekommen zu sein – bevor ich zum Zuschauer einer Farce werde, möchte ich diesem Schauspiel einen Namen mitgeben: der Zimmermann

Rollenverteilungen – und jetzt das Bild

Rollenverteilungen

Werde das nicht los: verdachtsweise. Es gibt zu viele, die auf die Fehler der anderen warten und einen missionarischen Eifer darin entdecken, ihre moralinsauren Getränke in Form von Abweisung, Überheblichkeit, Distanzierung zu verschütten, vor allen mit Hinweisen auf ihre eigene Integrität, Loyalität oder auf ihre fehlerbehafteten Seiten hin angesprochen werden wollen, aus denen sie geschöpft hätten und gelernt.

Lernen als Prozess – der Selbstüberhöhung und Fehleinschätzung, Lernen als Prozess, sich selbst zu gestalten frei von Fehlern, denn die verzehren sich nach Vollendung ihrer Selbstmystifikation. Aus dieser Position heraus lässt sich hervorragend Neuland betreten. (Oder andere wegtreten.)

Im Rahmen ihrer Abhandlungen sei es legitim, auf eigene Fehler zu setzen: die würden zum Pfund, zur Wucherwährung, heute links, morgen rechts. Über dir die Nachttischlampe. Jetzt hat er sich tatsächlich geoutet. Als einer, dem Kindesmissbrauch widerfuhr. Wie konnte man das so lange übersehen? Das erklärt alles. Das bringt ein neues Niveau.

Wie sie sich wandeln. Gestern stehen sie mit dir im Kumpelnest, heute nennen sie sich die misshandelte Avantgarde.

Das stellt die Frage nach dem Anfang der Geschichte. Ich setze mich neben dich und schaue mir beim Lügen zu.

Zwischen die Zeilen geraten und sie mit einem schwarzen Filzer ausmarkieren.

Big Brother Head Stomping sagte ich dazu. Nannte es den Brudermord. Es liegt nahe, die Geschichte mit jenem Nachmittag zu beginnen, da ich auf dem Balkon stand und die Eltern in ihrem BMW vorfuhren, dem BMW entstiegen drei Kinder. Zwei Jungs ein Mädchen. Sie werden künftig hier wohnen. Man gut. Da war ich fast außer Haus. So eine Geschichte ist das.

Du kannst dir deine Geschwister nicht aussuchen. Deine Kollegen nicht, die Vorgesetzten nicht.

Die Elena nicht, die Ruth nicht, die Claudia nicht, nicht den Siggi, den Norbert nicht, den Haubold schon gar nicht, von den anderen will ich gar nicht erst anfangen, laute, selbstverliebte Schnösel, wenn du von ihnen etwas erwartest, haben sie schlecht gefrühstückt. Stehen vor dir und ziehen ein langes Gesicht.

Der Clou : sobald ich mit dem Finger auf sie zeige, zeige ich auf mich. Wenn ich sie finde und sie sich äußern sehe im TV, im Podcast, im Blog – muss ich mich abwenden. Die Umkehrlogik nenne ich das. Ihre Worte stellen sich mir quer.

Manchen ist es „nur“ um den Plot, in dem sie selbst vorkommen.

Blunatek – Trollsolo – Verhoovensjazz – Clemens Verhooven