Assoziationen vergessen

Muss den Text aufräumen, muss ständig Text aufräumen, bin mit allen Texten im Rückstand, gehetzt Worte pflanzen.

Bilder setzen und vergessen – ich vergesse, dass ich wertvoll bin – manchmal erinnere ich mich, an nichts erinnere ich mich manchmal, vergiss nicht, dass ich vergessen kann. Dass ich vergesse, warum ich in den Straßen war. Sprich bitte nicht mehr in Assoziationen mit mir, sondern in konkreten Sätzen, die ebenfalls vergessen sind.

Assoziatives Mitschreiben beim Hören von Alabaster Deplume, ein Konzert, das du so schnell nicht vergisst.

Wenn du den Anfang liest – den Finger in die Wunde legst, inmitten der Seiten, und das Ende herbeisehnst. Assoziationen vergessen

Nimm dir die Zeit, ist leicht gesagt, sie läuft gegen die innere Uhr, alles wird zum Offenbarungseid, sobald dir bewusst wird, wer alles schon fort ist.

Ich könnte mehr als drei Bier getrunken haben in einer Kneipe, wenn die noch offen war und würde mich beteiligen an den Befürchtungen um den technischen Defekt, der, sollte er sich in den kommenden Tage als Superdefekt darstellen, vor unlösbare Aufgaben stellt. Sie wären Plünderungen zugeneigt. Die Versorgung in den Krankenhäusern wäre in Gefahr. Was eine Aufregung. Dagegen wirkt die eigene Welt wie Nostalgie.

Sie sprechen in hektischen Sätzen, niemand gibt fundierte Aussagen zum nicht mehr vorhandenen Netz.

Stattdessen zeigen sie Staus auf den Autobahnen, wartende Fluggäste in Abfertigungshallen, verlängerte Wartezeiten. Die Bilder beunruhigen, sie wirken eigenartig ungelenk. Warum so viele Bilder, warum das Gerede. Die Fließdiagramme und schnell durch Röhren schießende Kugeln, die Serverschränke, in ihnen leuchten Panels, die, bei dieser Art Ausfall, nicht leuchten dürften aber leuchten, weil sie nichts mit dem Vorfall zu tun haben.

Es hört sich ernst an, so ernst, ich müsste mich schämen, dass ich an einem fehlenden Internetzugang verzweifele und meine Geschichte bearbeite.

Der Mann, der ich war, denkt, schön, dass man sich wandelt. Warum nicht gleich so. Er schreitet zur Küche, zum Kühlschrank, entnimmt dem einen Becher Joghurt. Er prüft die Konsistenz des Inhalts der Vitaminflasche − neulich war der Kühlschrank auf kälteste Stufe gestellt, das Getränk vereist. Ich ziehe die Flasche hervor, drehe sie um, und will nicht glauben, dass das Eis nicht mehr Eis ist. Ich gehe an meinen Rechner und schalte die Welt ein.

In einem Dokument, das ich seit Jahren vor mir herschiebe, beginne ich zu lesen.

Die Suchmaschine will weitere Keywortanhäufung: was ein Irrsinn, sich den Suchmaschinen auszuliefern. Echt jetzt. Assoziationen vergessen