Die Offenbarung
Die Offenbarung

Die Offenbarung

Die Offenbarung …

… hatte ich mir scheinwerferartig vorgestellt, dabei schlich sie sich an mich heran, so langsam, ich wollte schon zweifeln an ihr, als ich sie zum Greifen nah fühlte, war sie nah, aber nicht greifbar.

Deswegen musste sie plastisch werden. Deswegen all das Schreiben, Warten, Malen und Komponieren – bis ich verstand: die Offenbarung bleibt dissonant – manch einer hat sein Dejavu, unsereins hat den Rhythmus des Alltags und wartet, dass ein Spannungsbogen entsteht

Der blieb aus. Ich suchte Werkzeuge – die Begriffe wurden zunehmend abstrakt, Substantive hielten nicht ihr Versprechen, Verben tänzelten, verführten und beschwindelten mich – Adjektive standen in Verruf – ich spürte: Schreiben, das Schreiben sein will, wirkt verloren

Wenn die Sprache keine Musik ist, sondern laut und wegleidend oder etwas erzählend, was nicht ist, muss ich noch fragen? Ich hatte das mit den Stimmen als Grundbrummen und den Tonleitern – leicht zu verstehen – ein Auf und Ab der Töne – in sich – so anders, wenn jemand spricht

Inzwischen, weißt du, wird Musik als abstrakt empfunden, Sprache als konkret. Du möchtest beiden Aussagen ausweichen – denn was bleibt vom anderen, wenn es ohne das andere … musikalische Sprache ist, wenn du so willst, ein Versuch, etwas in Töne (in Watte) zu packen – singend

Gleich auch begegnest du atonalem Gezwitscher – dissonantem Geschrei, der Rechthaberei – und musst lesen: dass Menschen „staffiert“ werden sollen – übersetzt : mit Schmuck ausgestattet – da wird mir bewusst: Musik wie Sprache sind auch: Betrugssysteme der Sinne.

Inzwischen sind alle Substantive im Verruf, Erwartbares zu transportieren, das Zustandstiv Dunkelheit zum Beispiel. Erwartbar dunkel. Das Objektiv Morgenröte zum Beispiel erwartbar frühmorgens. Das Logomotiv Teufelskreis. Das Primitiv Tellerrand. Das Operativ Armutszeugnis.

Die Offenbarung

 Blunatek – Trollsolo – Verhoovensjazz – Clemens Verhooven

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