Stromausfall
Stromausfall

Stromausfall

10:45 – 10:52

Stromausfall – die Infos verdichteten sich

Auf dem Weg ins Büro – die Straßen wirken gefüllter als sonst – rauchende Mitarbeit auf der Straße vor ihren Büros

Meine Version:

Ich könnte mehr als drei Bier getrunken haben in einer Kneipe, wenn die noch offen war und würde mich beteiligen an den Befürchtungen um den technischen Defekt, der, sollte er sich in den kommenden Tagen als Superdefekt darstellen, vor unlösbare Aufgaben stellt. Sie wären Plünderungen zugeneigt. Die Versorgung in den Krankenhäusern wäre in Gefahr. Was eine Aufregung. Dagegen wirkt die eigene Welt wie Nostalgie.

Tatsache aber:

Die reale Welt stand still, sie versammelten sich zum Rauchen vor ihren Bürozugängen und scherzten über die, die das verursacht haben könnten: der Ludger mit seinen übertrieben wirkenden Börsenspekulationen, der Haubold, der in der Sonne liegt in Afrika und uns Grüße bestellt, der Olaf, der den Zündschlüssel seines nagelneuen Elektromobils mit dem Roten Knopf vom Weißen Haus verwechselte.

Tatsache aber:

wirkten sie wie in Nostalgie und wie zu besten Schulbrotzeiten, da jedes Gespräch eine Einladung zu sein schien zum Gang in den Club.

Der Stress bei dem, der alles aufräumen muss.

Die ganze Maschine hochzufahren.

Tatsache:

Vor der Zeit (12:30) kam der Strom um 11:30 zurück – die Maschinen fuhren hoch wie sie sollten – alle, bis auf die, wo die hauseigene Sicherung manuell eingeschaltet werden musste.

Wir sahen alle Laufwerke und Daten wieder, nur die Mails blieben unsichtbar – es stehen neben dem Admin die MAs, wann die Mails wieder fließen – sagt der Admin in stumpfem Ton: weiß nicht.

Rainer, machs kurz – sie wollen arbeiten und keine Träumereien

Tatsache nämlich, meine Version:

Habe heute wieder behauptet, das Netz sei kaputt, behaupte ich alle nasdaqlang

Scotty, beam me up – wir hatten eine Zeitverschiebung zwischen Mailserver und ihn abschirmenden Zugangsserver – von 11 Sekunden – ein Stromausfall dieser Größe braucht nicht einmal eine Sekunde – bezeugt ist, dass der Monitor sich in sein Zentrum hin auflöst – in einem schwarzen Loch aufgeht. Und aus.

Archipelago Echoes to the Sky
Stromausfall

Stehen MAs neben dem Admin, der sich zu konzentrieren versucht, wie lange die Funkstille zwischen Mail und Mitteilung noch dauern soll – er weiß es nicht, murmelt etwas von 11 Sekunden Toleranz – 11 Sekunden, die zwischen Lesen und Weiterarbeiten entscheiden. Nach zwei Stunden hatten sie es gefunden und synchronisierten die Uhrzeit mit der Atomuhr in Braunschweig.

„Du kannst dir deine Mails in die Buchstaben stecken.“ Sagt der um Konzentration bemühte Admin.

 Blunatek – Trollsolo – Verhoovensjazz – Clemens Verhooven

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