was bleibt
was bleibt

was bleibt

was bleibt,

habe ich gesagt, anderes als sich zu konzentrieren, sich zu arrangieren – jetzt und künftig, da dir bewusst geworden ist, wie kaputt das Netz ist, wie kaputt du selbst bist: und mit dir dein Umfeld – wie kaputt?

Die Stimmung ist nicht gut. Das passt nicht ins Bild von erfolgreichen Ingenieuren, Architekten, Bauträgern, Projektentwicklern, es passt nicht ins Bild der CoolGuys. Es passt nicht ins Bild der Optimierung, der Verbesserung, der Effizienz:

Aus einem Film:

Joe, ich glaub meine Zeit bei der Armee ist abgelaufen, Joe. Die sagen, ich bring es nicht mehr. Die sagen, ich hab die Krankheit Melancholie, Joe.

Aus dem Russischen:

„Sie haben so schlecht über mich geredet während meiner Abwesenheit.“
„Sie hätten dich auch schlagen können, hättest du es gemerkt?“

Aus einer Mail:

Ich habe das nicht im Affekt geschrieben sondern auf Hochdeutsch: „du bist ein Idiot!“ Ich meinte mich – sieht man doch am kleinen d – wenn ich ihn gemeint hätte, wäre es ein großes D geworden – versteht er nicht.

Von arbeitslosen Arschlöchern hörte Doreen, von der Infanterie des Kapitalismus. Sie bekomme fast täglich Post von ihren Banken, sie drohten ihr mit Verwahrentgelten – eine Frechheit, sagte ich und riet ihr zur Auflösung ihrer Konten, verschieb es auf Depotkonten mit Direktzugriff auf die Finanzmärkte, bevor es komplett verschwindet im Loch des Universums.

So dreht sich das vom Underdog zum Manager zum Whistlblower zum Haftinsassen zum Spekulanten zum Abwurf des eigenen Körpers vom Gesims … zwei Tage später war sie tot und erzählte vom Gewesenen in ihren Tagebüchern.

Der Ludger zum Beispiel habe sich in seiner Garage in Athen eine Überdosis gegeben. Der Haubold liege unter einer Beatmungsmaske. Der Dr. Schlot habe einen weiteren Autor übervorteilt. Der Siggi habe sich das Rauchen wieder angewöhnt. Der Gunar führe sich auf wie ein Diktator mit Herz und Katze.

Die Zeit brächte es mit sich, dass wir uns wandelten. Vom Schäfer zum Hirten. Vom Sportler zum Invaliden. Von Oberflächlichen zu Erbsenzählerinnen.

Du kannst noch so sehr zu abstrahieren versuchen, du verzettelst dich in den Details.

Wir haben keine Farben wir bilden sie uns ein.

was bleibt
was bleibt

 Blunatek – Trollsolo – Verhoovensjazz – Clemens Verhooven

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