Unfassbar, wie provinziell das alles ist – jeder mit sich selbst beschäftigt – sag mir, was sexy sein soll daran, sich in den anderen zu suchen.

Unfassbar

Du sollst noch ein paar Worte anhängen – vom Lesen, Schreiben, von der Manipulation und den anderen Derivaten. Du sollst Zeugnis davon ablegen zu beweisen, was Haubold schrieb: „Der Rainer, da bin ich mir sicher inzwischen, weist echt krankhafte Züge auf, das muss man leider ernst nehmen. Ich dachte, die Firma geht vor.“ So Haubold. Will er nicht geschrieben haben. Hat er aber. An Elena – das wiederum wäre Teil einer Erfindung und meinerseits ein Denunziationsversuch. Eine Fehlanalyse und Falschaussage.

Glauben Sie mir. Ich habe mich in der Rolle des Falschhasen eingerichtet. Ich der Denunziant und der, der anderen nichts als ihren Erfolg missgönnt. (Spiegel das! Wer hat wem was abspenstig gemacht? Mir geht‘s gut, bitte Danke!)

Ich kann noch so sehr beteuern, dass es mir zum Hals raushängt, dies Leben aus Rivalität und Konkurrenz. Nicht etwa, damit wir gemeinsam Fortschritte erzielen, sondern damit wir uns Stöcke zwischen die Beine schleudern und hemmen und bremsen und aufhalten. Tatsächlich darfst und kannst du das so nicht sagen. Dagegen haben wir Komplexitätsmodelle errichtet: die uns ein strukturelles Kritisieren verunmöglichen und uns aber in die Lage versetzen, uns gegenseitig eine reinzuwürgen. In unserem Psychozeitalter.

Gestern erst sah ich sie in aller Öffentlichkeit ihren Dank aussprechen für ein läppisches Manuskript, das sie unter die Leute gebracht hat – ein Manuskript aus den Schubladen Brainberlins, darin es um die Vormachtstellung der männlichen gegenüber der weiblichen Welt geht. Wenn ich dem meine eigene Erkenntnis entgegenstelle: … glauben Sie mir, ich könnte mich des Vorwurfs der Misogynie nicht erwehren. Frau und Mann nehmen sich nichts, wenn es um Vormachtstellung geht oder Position.

Nur will uns wiederholt mitgeteilt werden, dass dem nur im Sinn der Männer so sei. Unterstellt auch, dass die Testosteron-Ausschüttung für alle Männer gleich ausfällt. Ich kann noch so sehr beteuern, dass es sich in unserer Familie quasi umgekehrt verhalten hat. Da war Mutter die mit dem Testosteron und der permanenten Erregung, während wir uns im Kühlschrank die Mittel zum Aufbau eigener Östrogene zusammen klauten. [Ich weiß, von Themen, von denen ich keine Ahnung habe, sollte ich die Finger lassen – ist trotzdem kein Witz, Leute. Lacht nur.]

Solche Wort- und Gedankenspiele sind bei Brainberlin an der Tagesordnung. Dort zähmen drei Frauen zwölf Männer, wie machen sie das? Indem sich die Rollen umkehren. Die Männer verfetten und turteln, die Frauen im Vorstand zeigen regelmäßig auf die Agenda und rufen zur Pflicht. Jetzt frage ich dich, was an diesem Satz ist misogyn? Komm. Frau. Lass mich mit deinen Unterstellungen. Du siehst selbst, dass die Konkurrenz nicht schläft und Minderheitenrechte über Gleichstellungsrechte verhandelt werden.

Denk drüber nach. Ich sehe auch: die Unterstellungen verlaufen quer und gegenseitig. Wenn ich sage, dass die Verfettung und Turtelei bei den Männern zunimmt, bedeutet das in deiner Lesart, ich würde mich über Frauen lustig machen, komm. Elena. Hör auf. Du hast sie in ihre Passivität gedrückt, sie konnten nicht anders, als sich dem entziehen und sich in ihre eigenen Büros zurückziehen, wir kommen darauf zurück. Ohne Anwalt kriegen wir das eh nicht vom Tisch.

Unfassbar einfältig

Habe noch keine 600 Zeichen gesetzt. Ich wiederhole es: das Internet zwingt jeden Teilnehmer zur Exhibition, damit dieses jeder Teilnehmer sich vor den anderen blamiert. Hatten wir. Unfassbar. Bei Brainberlin wird ebenso jeder solange blamiert, bis er sich unterordnet, einordnet oder einfach Ruhe gibt. Das gilt selbstverständlich für alle. Obwohl, wie vermutet wird, einige schon vorher wissen oder wissen müssten, dass man besser die Klappe hält. Sich rausnimmt aus allem und die anderen machen lässt.

Lach nicht. Mir geht’s gut. Bitte Danke. Bei jeder Gelegenheit zitiert: Alphaville, ein Film von Godard. 1965 abgedreht. So aktuell wie eh. Bitte gern geschehen. Olaf macht das gerne. Meinen besten Dank, nicht dafür. Amazing Amazing. Der Schlachtruf der Stunde.

Sehen Sie: Das Substantiv Schlachtruf. Jetzt wird zurück gelacht. Solche Substantive soll man stecken lassen. Sehen Sie! Sehen Sie genauer hin. Es ruft niemand zur Schlacht. Es reitet keiner durch die Prärie. Wir haben trotzdem eine Rechnung offen. Soll ich nicht so laut sagen. Mit wem ich eine Rechnung offen habe. Ich betone es gern: ich bin eine Erfindung. Nach der Logik dieser Geschichte, die gar nicht stattgefunden hat, sondern dem Hirn eines von Haubold als ernsthaft erkrankten Rainers entsprungen ist.

Es sind alle Rechnungen bezahlt. Das Fest kann beginnen – dass ich Rainer heiße, habe ich nicht mir zu verdanken. Nicht wahr?

Ausgangspunkt ist immer der hier Startseite – der aber sei no follow – weißt du, was das bedeutet? Ich setz auf den hier: ein Solo auf der Tastatur | oder soll ich auf eine Zeitschrift hinweisen? Oder besser auf deine Musikseite ? – die würde er akzeptieren. Unfassbar verlinkungssüchtig. Jetzt gib dem Titel noch ein Powerword … zum Lachen das.